Fluktuation verstehen und vermeiden

MUUUH! CONSULTING — 10.04.19 15:19

Thema: Insider

Um die Beziehung zwischen Arbeitgeber und -nehmer könnte es hierzulande besser stehen. Satte 71 Prozent aller Mitarbeiter verspüren nur eine mäßige Bindung zu ihrem Arbeitgeber, weiteren 14 Prozent geht der emotionale Bezug sogar komplett ab [1]. Eine sehr teure Begleiterscheinung dieses schwachen Zugehörigkeitsgefühls ist die Mitarbeiterfluktuation.

[1] Gallup Engagement Index 2018

 

jordan-mcqueen-4444-unsplash-min
 

Fluktuation und Spezialisierungsgrad eines Jobs hängen eng zusammen. Je tiefer die Kenntnisse und Fertigkeiten sind, die eine Branche ihren Angestellten abverlangt, desto geringer ist die Abwanderungsgefahr. Doch branchenübergreifend eint eine Kennzahl alle Arbeitgeber: die Kosten für eine Neubesetzung der Stelle. Sie belaufen sich mindestens auf ein halbes Jahresgehalt, angefangen von den Recruitment-Ausgaben über Umsatzeinbußen während der Vakanz bis zur erst allmählich wachsenden Performance des neuen Mitarbeiters.

 

Weniger Fluktuation als beim Wettbewerb wäre gut

Unter diesen Umständen solle es Personalabteilungen und Unternehmensführungen gleichermaßen beunruhigen, dass rund jeder zweite Mitarbeiter latent wechselwillig ist [2], und sich in spätestens fünf Jahren nicht mehr im aktuellen Unternehmen sieht. Ein natürlicher Wechselwille ist völlig normal. Eine übermäßige Fluktuation schwächt allerdings Unternehmen gegenüber Marktbegleitern, die dieses Thema besser steuern und auffangen können. Nicht nur die Ersatzkosten für verlorene Kolleginnen und Kollegen machen Firmen zu schaffen. Die zersetzende Kraft der Fluktuation greift die unternehmerische Performance auch auf anderen Ebenen an.

Wenn ständig der Kollege wechselt, leiden Zufriedenheit und Motivation des gesamten Teams. Außerdem nimmt die Arbeitgeberattraktivität ab, was sich heutzutage schnell und transparent auf Bewertungsplattformen wiederspiegelt. Auch die Kundenzufriedenheit kann unter zu hoher Fluktuation leiden. Nicht zuletzt halten mit zunehmendem Brain Drain Qualitätsprobleme Einzug, und die Leistungsfähigkeit des Unternehmens lässt sukzessive nach.

 

Mit intelligentem Recruitment der Fluktuation vorbeugen

Selbstverständlich können Unternehmen mit einer sauberen Recruiting-Vorarbeit bereits frühzeitig sicherstellen, dass nur solche Mitarbeiter den Weg zum Unternehmen finden, die mit den kulturellen und organisationalen Rahmenbedingungen auch langfristig zurechtkommen werden. Indem Personaler ihren Fokus auf Menschen legen, die sehr wahrscheinlich zum Unternehmen passen und zu denen das Unternehmen passt, schalten sie verschiedene Fluktuationsrisiken schon im Vorfeld aus.

Welche weiteren Faktoren in einem Unternehmen die Fluktuation tatsächlich maßgeblich beeinflussen, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und sollte sauber evaluiert werden. Zu den wichtigsten Größen zählen schon seit Jahren ein gutes Betriebsklima und eine marktgerechte Entlohnung. Zunehmend wichtig werden jedoch auch flexible Arbeitszeiten, desweiteren interessante Aufgaben, Beschäftigungssicherheit, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Karriereperspektiven [3].

 

Diese Faktoren befeuern die Fluktuation

  • In einem gesättigten Arbeitnehmermarkt spielt das steigende Gehaltsniveau der Fluktuation in die Karten.
  • Darüber hinaus hat der direkte Vorgesetzte die Wechselwilligkeit ein gutes stückweit in der eigenen Hand. Belastbare Beziehungen bremsen die Fluktuation.
  • Im Verantwortungsbereich des Vorgesetzten liegt auch die Teamzusammensetzung. Ist der interne Zusammenhalt größer, bleiben Mitarbeiter länger.
  • Gleiches gilt für die richtige Anerkennung und Wertschätzung. Kommt das Lob zu kurz, sind Kolleginnen und Kollegen eher geneigt, zu gehen.
  • Der richtige Mitarbeiter auf der falschen Position oder in der falschen Funktion ist Gift für die Bindung.
  • Nur in einer guten Arbeitsatmosphäre kann Bindung gedeihen. Andernfalls schnellt die Fluktuationsquote in die Höhe.
  • Eine zu hohe oder zu geringe Arbeitsauslastung schwächt das Zugehörigkeitsgefühl in der Belegschaft und führt sukzessive zu mehr Fluktuation
  • Ambitionierte Kolleginnen und Kollegen lassen sich zuverlässig mit begrenzten Karrierechancen oder mangelnde Weiterbildungsmöglichkeiten verprellen.

 

So identifizieren Sie die Fluktuationsfaktoren in ihrem Unternehmen

 

Mitarbeiterbefragung – aber richtig!

Klassische Zufriedenheitsbefragungen bergen gewisse Risiken. So können Mitarbeiter mit einer überflüssigen Frage auf mögliche Sachverhalte aufmerksam gemacht werden, die in ihrem Problembewusstsein bislang keine große Rolle gespielt haben. Bewährt hat sich der Kundenbindungs-Gradmesser NPS®. Mit lediglich zwei aufeinander folgenden Fragen lassen sich Bindungsstärken und -schwächen zuverlässig aufdecken, gewichten und nachhaltig steuern.

 

Fluktuation schwächen – Unternehmen stärken

Mitarbeiterfluktuation lässt sich aktiv positiv beeinflussen. Gehen Sie gemeinsam mit MUUUH! den Ursachen der Fluktuation innerhalb Ihrer Belegschaft auf den Grund. Wir freuen uns über Ihr Interesse und einen ersten Austausch!

 

Kontakt: Verena.Growe@muuuh.de    Mobil: 0170/3736-854

 

[2] Stepstone Trendstudie 2016

[3] HR Report 2018, Hays

Verena Growe

Seit 2010 ist die Expertin für Customer Experience und Voice of the Customer bei MUUUH! Consulting tätig. Dabei unterstützt sie ihre Auftraggeber aus unterschiedlichsten Branchen dabei, ihre (zufriedenen) Kunden systematisch zu loyalen Fans und „begeisterten Botschaftern“ der Marke oder des Produkts zu entwickeln.